Herren 1 besteht Charaktertest

Sursee gewinnt im ersten Auswärtsmatch dieser noch jungen Saison in einem ausgeglichenen Spiel gegen Biel-Seeland mit 7:6 nach Verlängerung. Sursee bewies in diesem Spiel viel Charakter, glich einen dreimaligen Rückstand im Schlussdrittel aus und erzielte in der Verlängerung den Siegtreffer in Unterzahl.

Von Taktik geprägter Beginn

Beide Teams zeigten zu Beginn vor allem ihr taktisches Können, machten die Räume eng, setzten ihr jeweiliges Gegenüber früh unter Druck und verhinderte somit einen sauberen Aufbau, weshalb auch Torschüsse in den ersten Minuten absolute Mangelware waren. Nach dreieinhalb Spielminuten fand Sebastian Graf schliesslich eine Lücke im Stellungsspiel der Bieler, sein langer hoher Ball fand Martin Bieri, der mit einer satten Direktabnahme das 1:0 markierte. In der Folge liess Sursee jedoch die nötige Präzision vermissen und die Bieler nahmen den frühen Rückstand als Ansporn an. Sursee hatte kaum noch zwingende Offensivaktionen, während der Gastgeber immer besser ins Spiel fand. Nach zwei Pfostenschüssen und einigen Glanztaten von Sursee-Torwart Norbert Muri konnte Biel schliesslich nach 15 Minuten nach einem Prellball vor dem Surseer Tor den hochverdienten Ausgleich erzielen. Mit dem resultatmässig ausgeglichenen 1:1 und der Erkenntnis, dass das Herrenteam ein schwaches Drittel eingezogen hat, ging es in die erste Pause.

Strafen, Strafen, Strafen

Tatsächlich kam Sursee eine Spur zielstrebiger aus der Kabine, Abschlüsse auf das Bieler Tor wurden wieder häufiger. Nach 4 Spielminuten im Mitteldrittel kam zudem auch der Gegner zu Hilfe: Da Biel sich beim Ausführen eines Freistosses zu viel Zeit liess, bekam Sursee den Freistoss zugesprochen. Moritz Knaak reagierte blitzschnell und nutze mit einem Direktschuss die Konfusion in den Bieler Reihen zum 2:1 aus. Wenig später folgte jedoch weiteres Ungemach, da zuerst ein Surseer Spieler ein Beinstellen beginn und in der darauffolgenden 6:5-Situation gleich nochmals ein Surseer unerlaubte Mittel zu Hilfe nahm, um seinen Gegenspieler zu stoppen. Das Verdikt: 2 Minuten doppelter Unterzahl. Die drei Surseer wehrten sich während einer Minute wacker, doch dann brach ein Bieler durch und konnte das Spiel ausgleichen. Direkt nach Wiederaufnahme des Spiels, notabene immer noch mit einfacher Unterzahl, hatte Captain Hannes Feucht den erneuten Führungstreffer auf dem Stock, scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Bieler Schlussmann. Immerhin konnte Sursee wenig später selber das erste Mal Powerplay spielen, jedoch lief man selber in einen Konter. Biel machte es besser als Sursee zuvor und erzielte via Shorthander die erstmalige Führung. Doch es dauerte wiederum nicht lange bis zum nächsten Surseer Powerplay. Und endlich klappten die in der Vorbereitung so oft bewiesenen Kombinationen, das Bieler Tor wurde mit Schüssen eingedeckt und kurz vor Ablauf der Strafe fand Martin Bieri Hannes Feucht am weiten Pfosten, der zum Ausgleich einschob. In den verbleibenden 5 Spielminuten konnte die Jungs vom Sempachersee dann nochmals eine Strafe schadlos überstehen, womit auch das Mitteldrittel mit resultatmässiger Ausgeglichenheit endete.

Moral bewiesen

Der Schlussabschnitt begann mit einem Paukenschlag: Biel ging nach rund 60 Sekunden mit einem herrlichen Rückhandtreffer wieder in Führung. Das Spiel wogte im Anschluss hin und her, auch weil Sursee endlich vermehrt zum eigenen Spiel fand. Beide Teams hatten Chancen auf weitere Tore, ohne diese jedoch zu erzielen. Es brauchte einen Freistoss in der 49. Spielminuten, den Fabian Setz mit einem seiner gefürchteten Drehschüssen abschloss, um das Spiel erneut auszugleichen. Danach folgte eine weitere Strafe gegen Sursee, die von den Bieler zu ihrem zweiten Powerplaytreffer genutzt wurde. Danach überschlugen sich die Ereignisse: 11 Sekunden nach dem Bieler Führungstreffer verwertete Martin Bieri einen Freistoss direkt vor dem Bieler Tor, da er trotz einer 5-Mann-Mauer die Lücke fand. Wiederum nur 27 Sekunden später erwischte ein hinterhältiger Schuss den ansonsten tadellosen Norbert Muri im nahen Eck, 5:6 nach 54 Minuten 2 Sekunden. Doch nur wenig später half ein Bieler Spieler mit einer Undiszipliniertheit Sursee erneut, da er nach dem er einen Surseer Spieler mittels unerlaubten Stossens gefällt hatte, auf dem Weg zur Strafbank erneut einen Surseer Spieler wegstiess und somit das Strafmass von 2 Minuten auf 2+5 Minuten erhöht wurde. Erneut war das Powerplay der Surenthaler schlagkräftig, nach etwas mehr als einer Minute fand Fabian Setz Zeit und Raum für einen platzierten Drehschuss, der dritte Ausgleich in diesem Drittel war Tatsache. Da Sursee jedoch in den verbleibenden 3 Überzahlminuten bis zur Schlusssirene mit dem möglichen Sieg vor Augen zu fahrig agierte, kam es zur Verlängerung.

Shorthander als Game-Winning-Goal

Tatsächlich agierte das Powerplay wieder etwas zielstrebiger zu Beginn der Verlängerung, da jedoch Martin Bieris Knaller am Pfosten landete, konnte Biel die Unterzahl überstehen. Wiederum war es ein munteres hin und her, denn auch Biel bekundete mit einem Schuss an den Aussenpfosten kurz nach Ablauf der Strafe Pech. So schien vieles auf ein Penaltyschiessen hinzudeuten, als rund 2 Minuten vor Ende der Verlängerung erneut ein Surseer auf der Strafbank Platz nehmen musste, da aber das Boxplay glänzend verteidigte, konnten sie rund eine Minute vor Spielende einen Entlastungsfreistoss in der gegnerischen Ecke spielen. Sebastian Graf schnappte sich den Ball, lief unwiderstehlich an und erwischte am Ende den gegnerischen Torhüter mit einem «Buebetrickli» zum viel umjubelten Siegtreffer.

Fazit

Sursee war an diesem Abend nicht zwingend die bessere Mannschaft, sie bewies jedoch Moral, steckten niemals auf, fanden auf alles die passende Antwort und am Ende reichte eine Aktion von einem einzigen Spieler zur rechten Zeit, um das Spiel zu entscheiden.

Am nächsten Samstag, dem 30.09.17, empfängt Sursee um 1930 das Team aus Burgdorf, welches ebenfalls die beiden ersten Spiele gewonnen hat, zum ersten Spitzenkampf dieser noch jungen Saison. Das Herrenteam freut sich auf zahlreich erscheinende Zuschauer.

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